Weißer Klarapfel

Synonyme: Durchsichtiger Sommerapfel, Klarapfel

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Baum 20 vom 30.07.2018

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Baum 20 vom 30.07.2018

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Baum 20 vom 30.07.2018

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Baum 20 gepflanzt am 04.12.2016

Geschichte:

Die Klaräpfel – es gibt deren mehrere in Russland, wie der Botaniker und Pomolog Dr. Regel, St. Petersburg, schon 1879 schreibt – sind echt russische Apfelsorten und halten dort die härtesten Winter aus; sie sind deshalb sehr verbreitet. Der Weiße Klarapfel wurde nach Frankreich und Deutschland aus den baltischen Provinzen eingeführt, wo er „Naliwnoje heloje“ und Pomme de Reval heißt. In Frankreich, wohin er zuerst kam, nennt man ihn Grand Sultan und Transparent de St. Léger. In Deutschland wurde er zuerst als Durchsichtiger Sommerapfel und Weißer Transparentapfel beschrieben. Weil er aber in den Ostseeprovinzen auch den deutschen Namen Weißer Klarapfel führt, wurde dieser später allgemein angenommen.

Beschreibung:

Mittelgroß bis groß, 7 bis 9 Zentimeter breit und fast ebenso hoch. Bauch uns Stiel näher und kelchwärts kegelförmig zugespitzt. Kelch geschlossen oder halb offen, Blättchen lang, grauwollig, an der Spitze nach auswärts gebogen. Kelcheinsenkung flach, mit deutlichen Rippen, die bis über die Mitte der Frucht laufen. Stiel lang, dünn, grünlich oder hellbraun, in tiefer, leicht berosteter Höhle. Schale einfarbig, erst grünlichweiß, später weißlichgelb, wachsartig, glatt und mit großen grünen Punkten bedeckt, die später heller werden. Fleisch grünlichweiß bis weiß, locker, feinkörnig, mit feinsäuerlichem, gut gewürztem Geschmack. Kernhaus stark hohlachsig, Kammern geräumig, viele gut entwickelte Samen enthaltend.

Befruchtungsverhältnisse:

Guter Pollenbildner, mittelfrüh blühend.

Reife:

Mitte Juli beginnt sich meist die Schale zu verfärben, und ist der Zeitpunkt der Ernte. Da der Geschmack nur 14 Tage auf der Höhe bleibt, muss die Frucht Anfang August verbraucht sein, sonst wird sie mehlig.

Eignung der Frucht:

Als frühreifer Sommerapfel auf dem Markt leicht und zu guten Preisen verkäuflich, besonders in der Nähe von großen Konsumorten und Sommerfrischen.

Eignung des Baumes:

In der Jugend zeigt der Weiße Klarapfel freudigen Wuchs; dieser lässt infolge seiner früh einsetzenden Erträge bald nach, und der Baum bildet nur mittelgroße Kronen mit aufrechten Ästen. Er ist für den Hochstamm, ganz besonders aber zum Buschbaum, weniger für kleinere Formen geeignet. Strengen Fruchtholzschnitt verträgt er nicht. An den Boden stellt er keine großen Ansprüche; er muss nur genügend feucht sein. Auch für hohe Lagen tauglich.

Gute Eigenschaften:

Infolge der frühen und großen Fruchtbarkeit zählt dieser Apfel zu den empfehlenswertesten Frühsorten.

Schlechte Eigenschaften:

Die Schale ist gegen Druck sehr empfindlich; der Apfel muss daher beim Pflücken sehr vorsichtig behandelt werden. In ungünstigen Lagen und trockenen Böden wird der Baum vom Mehltau befallen.


Ohne Autor: Farbtafeln aus der Beilage der Illustrierten Wochenzeitung Nach der Arbeit

Mit freundlicher Genehmigung des BUND-Lemgo


Fotos und Abbildungen

Mit freundlicher Genehmigung des BUND-Lemgo


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Foto der Einzelfrucht. (c) BUND-Lemgo

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Müller-Diemitz, Bissmann-Gotha u.a.: Deutschlands Obstsorten, Stuttgart 1905 - 1930

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Deutsche Obstsorten