Alte Obstsorten neu angepflanzt

Über 70 alte Obstsorten stehen auf unserer Streuobstwiese im Kalletal, Kreis Lippe. Mit dem Projekt widmen wir uns dem Erhalt der Sortenvielfalt. Eine aktuelle Studie belegt zudem: Alte Sorten helfen Allergien zu lindern.


Unsere „Streuobstwiese Kalletal“ widmet sich dem Erhalt alter Obstsorten. Das Projekt beginnt im Herbst 2016. Im ersten Aufschlag werden innerhalb von zwei Monaten 69 Obstbäume gepflanzt: 57 Apfel- und 10 Birnenbäume, eine Quitte und eine Mirabelle. Im Frühjahr 2018 kommen weitere 10 junge Apfelbäume dazu. Ziel ist es möglichst viele alte Obstsorten in der Streuobstwiese anzupflanzen, die ehemals in der Region vorhanden waren.
Die Erträge werden sinnvoll verwertet, geplant ist u.a. die Herstellung von Streuobstwiesenapfelsaft.
Der Begriff „Alte Obstsorten“ bezeichnet alle Sorten, die es im konventionellen Obstanbau kaum noch gibt. In Deutschland gibt es heute noch ungefähr 2.000 Apfelsorten, darunter viele nur lokal vorkommende Sorten. Im Supermarkt gibt es meist nur 6 bis 10 Sorten. Dies lässt ahnen, welche Vielfalt uns vorenthalten wird.

Alte Obstsorten lindern Allergien

Der Anbau alter Obstsorten ist neben dem Erhalt der Sortenvielfalt auch für Allergiker wichtig. Äpfel haben Mechanismen um sich vor Schädlingen und Pilzbefall zu schützen. Die Abwehrstoffe werden insbesondere in der Schale angereichert. Dazu gehören die für die menschliche Ernährung wichtigen Polyphenole. Sie sind reich an gesundheitsfördernden Inhaltstoffen.
Äpfel mit hohem Polyphenolgehalt sind oft weniger süß und werden nach dem Anschneiden meist schnell braun. Die handelsüblichen Apfelsorten haben zumeist nur einen geringen Anteil an Polyphenolen. Dies ist problematisch für Allergiker. Alte Apfelsorten mit hohem Polyphenolgehalt können dagegen Allergien lindern. Dies belegt eine aktuelle Studie der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF). Die Studie wurde auf Anregung des BUND Lemgo am Allergie-Centrum der Berliner Charité in Kooperation mit dem BUND Lemgo und der Hochschule OWL, Abteilung Lebensmitteltechnologie durchgeführt. Ergebnisse zur Studie und weitere Informationen zum Thema Apfelallergie findet man auf den Internetseiten des BUND Lemgo unter www.bund-lemgo.de/apfelallergie


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Nützlinge schützen, Schädlinge natürlich bekämpfen

Die Bewirtschaftung der Streuobstwiese erfolgt ohne Einsatz von Chemie. Die Obstsorten werden in BIO-Qualität erzeugt. Das ökologische Konzept beinhaltet die Förderung von Nützlingen und somit eine natürliche Bekämpfung von Schädlingen. So befinden sich zahlreiche Nistkästen für Vögel auf der Streuobstwiese. Meisen und Sperlinge nisten dort in den Sommermonaten. Im Winter werden die Kästen als Unterschlupf für die Nacht genutzt. Ebenso gibt es einen Nistkasten für den Steinkauz und Ansitzstangen für Tag- und Nachtgreifvögel. Im September 2018 wurde z.B. ein Hornissennest auf der Streuobstwiese in einen speziellen Hornissenkasten umgesiedelt. Bewohner eines Privathauses fanden das Nest in ihrem Rolladenkasten, wo es nicht bleiben konnte.


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Dankeschön

Unsere Streuobstwiese erfordert fortlaufende Pflege und Rat von Experten bei der Weiterentwicklung. Seit Anfang an erhalten wir große Unterstützung von unserer Familie und von Freunden. Vielen Dank dafür!
Unser besonderer Dank gilt den Streuobstwiesen – Experten Willi Hennebrüder vom BUND Lemgo und Vanessa Kowarsch, Projektleiterin „Lebendige Landschaft Streuobstwiese“ vom Kreisverband Lippe des NABU. Zudem danken wir Nina Heger für die wunderbaren Fotos.
Iris Klein & Ulf Wüstenbecker