Sortenliste

Ananasrenette

Ananasrenette vom 26.12.2018

Synonyme:
Ananasreinette

Exemplare auf der Wiese

Baum 2018_20

Geschichte:
Die Sorte stammt wahrscheinlich aus Holland, ist schon lange Zeit in Deutschland bekannt. Diel beschreibt sie zuerst 1826.

Beschreibung:
Frucht mittelgroß, 60 bis 70 Millimeter hoch und breit, abgestumpft, hoch gebaut, kelchwärts etwas zugespitzt, stielwärts abgeplattet. Kelch offen, Blättchen grünlichbraun, stark wollig, zurückgeschlagen. Einsenkung flach, eng, von feinen Falten umgeben. Stiel mittellang, dünn, holzig, Höhle mäßig tief und weit, grün oder manchmal strahlig berostet. Schale ziemlich glatt, leuchtend gelb, später goldgelb, Rostpunkte zahlreich und sehr deutlich hervortretend, Roststernchen mit grünem Hof sind charakteristisch. Fleisch gelblichweiß, sehr saftig, abknackend, später mürbe, von sehr edlem, gewürztem, süßweinigem Geschmack. Geruch merklich hervortretend. Kernhaus groß, Kammern weit offen, glattwandig, mit vielen schönen, glänzendbraunen Samen gefüllt.

Befruchtungsverhältnisse:
Guter Pollenbildner, die Blüte beginnt mittelfrüh und dauert lang, ist gegen Nässe empfindlich.

Reifezeit:
Die Früchte sollen spät, Mitte Oktober gepflückt werden, dann behalten sie auf dem Lager ihre Frische und Würze bis März. Dieser Apfel zählt zu den köstlichsten Tafelfrüchten und ist auf dem Markt sehr gesucht.

Eigenschaften des Baumes:
Schon von Jugend an hat diese Sorte einen sehr schwachen Wuchs, die einjährigen Zweige sind kurz und auffallend dick, stark bewollt. Die Kronenäste sind stets aufrecht, auch noch bei alten Bäumen, das Fruchtholz ist kurz, das unterseits filzige Blatt hat von Schädlingen wenig zu leiden. Der Baum verlangt einen kräftigen, nahrhaften, warmen und genügend feuchten Boden. Die Tragbarkeit setzt früh ein, ist regelmäßig und reich, auf Wildling ebenso wie auf Doucin und Paradies. Der Baum lässt sich in allen Formen ziehen, im Kleingarten besonders auf Niederstamm und Spindelbusch geeignet, doch lassen sich auch leicht waagrechte Kordons erziehen, deren Fruchtholzbildung die geringsten Schwierigkeiten bereitet. Für den Kleingarten besser als für den landwirtschaftlichen Obstbau geeignet.

Schlechte Eigenschaften:
Frost- und krebsempfindlich, versagt in zu nassem und zu trockenem Boden, ist sehr stark mehltauempfänglich, die Früchte werden gern von der Obstmade befallen.

Quellenangaben:
Gartenzeitschrift: Nach der Arbeit, erschienen in den Jahren 1935-1956


Fotos und Abbildungen

Mit freundlicher Genehmigung des: BUND-Lemgo


Aehrenthal, Johann Freiherr von: Deutschlands Kernobstsorten

Goethe, Degenkolb, Mertens: Äpfel und Birnen - Die wichtigsten deutschen Kernobstsorten, Berlin 1894

Langethal: Deutsches Obstcabinet

Lauche: Deutsche Pomologie - Äpfel u. Birnen, Berlin 1882-1883

Müller-Diemitz, Bissmann-Gotha u.a.: Deutschlands Obstsorten, Stuttgart 1905 - 1930

Ohne Autor: Farbtafeln aus der Beilage der Illustrierten Wochenzeitung Nach der Arbeit

Ohne Autor: Unsere besten Deutschen Obstsorten, Bechtholdverlag, Wiesbaden ca. 1930

Schaal, Gustav: Äpfel, Birnen, Stein-Beeren- und Schalenobst, Eckstein u. Stähle, Stuttgart

Zschockke: Schweizerisches Obstbilderwerk(SOW)

Stoll: Österreich-Ungarische Pomologie

Lucas: Pomologische Tafeln

Nederlandsche Fruitsorten

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