Sortenliste

Bosc's Flaschenbirne

Bosc's Flaschenbirne vom 25.02.2024

Synonyme:
Bose's Flaschenbirne, Bosc's Flaschenbirne [IH.49], Calebasse Bosc, Kaiser Alexander [Liegel], Cannelle [Leroy.174], Carafon de Bosc, Paradis d'Automne, Beurré d'Yelle [Thom.241], Bosc, Humboldt's Butter Birne, Marianne Nouvelle, Kaiserkrone

Exemplare auf der Wiese

Baum 2016_53

Geschichte:
Soll eine Züchtung des berühmten belgischen Birnenzüchters van Mons sein, von dem sie Diel 1810 erhielt. Sie soll ursprünglich „Beurre d’Apremont“ geheißen haben und schon um 1700 in der berühmten Kartäuser-Baumschule bei Paris bekannt gewesen sein. In „Zehenders Birnsorten“ ist diese französische „Calebasse Bosc“, wie Diel falsch gelesen hat, abgebildet, ist aber dem Bilde nach bestimmt nicht unsere Boscs Flaschenbirne. Diel hat sie später auch als Kaiser Alexander abgegeben. Deshalb heißt sie auch Kaiserkrone und Alexanderbirne. Sie wird bei uns auch mit der ihr ähnlichen, aber früher reifenden „Prinzessin Marianne“ verwechselt. Aber auch die „Holländische Feigenbirne“ habe ich schon als „Boscs Flaschenbirne“ angetroffen. Als Calebasse Bosc ebenfalls sehr bekannt.

Baumreife:
Meist flaschenförmig, 70 Millimeter breit, 90 bis 100 Millimeter hoch, der Bauch sitzt näher dem Kelch, nach dem Stiel verjüngt sie sich stark und endigt mit kegelförmiger Spitze. Kelch offen, kurzblättrig, dunkelbraun, sitzt in flacher, mit leichten Erhabenheiten umgebener Einsenkung. Stiel ziemlich lang, geboten, braun, teils wie aus der Frucht gezogen, teils schwach vertieft sitzend. Schale hellgrün, später hellgelb, fast gänzlich zimtfarbig berostet, dazwischen hellbraun punktiert. Fleisch gelblichweiß, sehr saftig, zuckersüß und gewürzt, Kernhaus stark hohlachsig, Kammern geräumig, mit vielen gut entwickelten Samen.

Befruchtungsverhältnisse:
Guter Pollenbildner. Spätblühend.

Reife. Baumreif::
Mitte Oktober, muss sie nach 3 bis 4 Wochen verbraucht werden, sonst geht sie in Fäulnis über. Wird sie vor der Reife gepflückt, so verlängert sie ihre Haltbarkeit.

Eigenschaften des Baumes:
Dieser wächst schon in der Baumschule unschön, trägt seine langen Jahrestriebe nicht aufrecht. Der Wuchs ist auch in späteren Jahren immer ein hängender, und die Krone muss in der Jugend durch den Schnitt geformt werden. An den Boden stellt er nur geringe Ansprüche, er gedeiht auch noch in raueren Lagen und ist besonders frosthart. Er will ungehindert wachsen und ist deshalb für kleinere Formen wenig geeignet; Hoch- und Halbstamm sind seine besten Formen, der Wildling ist seine richtige Unterlage.

Gute Eigenschaften:
Dach auch der Hochstamm in Birnenlagen nur gleichmäßig ausgebildete Früchte hervorbringt und der Baum so widerstandsfähig ist, verdient diese Birne noch weitere Empfehlung.

Eignung der Frucht::
Eine der bekanntesten Marktfrüchte, die immer ihre Abnehmer findet; ist auch gute Einmachfrucht.

Quellenangaben:
Gartenzeitschrift: Nach der Arbeit, erschienen in den Jahren 1935-1956


Fotos und Abbildungen

Mit freundlicher Genehmigung des: BUND-Lemgo


Foto der Einzelfrucht. (c) BUND-Lemgo

Foto der Früchte im Korb. (c) BUND-Lemgo

Goethe, Degenkolb, Mertens: Äpfel und Birnen - Die wichtigsten deutschen Kernobstsorten, Berlin 1894

Langethal: Deutsches Obstcabinet

Lauche: Deutsche Pomologie - Äpfel u. Birnen, Berlin 1882-1883

Müller-Diemitz, Bissmann-Gotha u.a.: Deutschlands Obstsorten, Stuttgart 1905 - 1930

Ohne Autor: Farbtafeln aus der Beilage der Illustrierten Wochenzeitung Nach der Arbeit

Ohne Autor: Unsere besten Deutschen Obstsorten, Bechtholdverlag, Wiesbaden ca. 1930

Schaal, Gustav: Äpfel, Birnen, Stein-Beeren- und Schalenobst, Eckstein u. Stähle, Stuttgart

Sickler: Der teutsche Obstgärtner

Stoll: Österreich-Ungarische Pomologie

Deutsche Obstsorten

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